NAWINIA-Experten plädieren für Freiräume

img_5443„Freiräume schaffen, in denen neue Ideen und Lösungen für die Logistik- und Versorgungsketten gedeihen können“– So lautete das Motto der zweiten Konferenz für Manager und Logistikexperten, die am 22. November 2016 stattfand und von der Vereinigung „Expertenempfehlungen für die Versorgungsketten“ veranstaltet wurde.

NAWINIA wurde von Marat Zainetdinov, Generaldirektor von ‘NAWINIA RUS’ und Marina Lyakisheva, Beraterin des Generaldirektors für Zollangelegenheiten vertreten.

Das Format der Konferenz sah Diskussionen in Kleingruppen vor, bei denen die Teilnehmer selbst Fragen einbringen und Diskussionen anstoßen konnten. Ziel war die Vorbereitung und Ausarbeitung konkreter Pläne für die Lösung von Problemen und Aufgaben bei der Verbesserung der Logistik- und Versorgungswege.

Marina Lyakisheva stellte die Frage nach der Vereinfachung der Zollformalitäten. Wie könnte man die Regierungsbehörden in diesem Punkt zu einem Umdenken bewegen? Nach Aussagen der Expertin verzeichnen die Unternehmen große Verluste im Rahmen der Zollabfertigung, wo sie mit großen Problemen konfrontiert sind.

„Zu den wichtigen Themen zählt auch der Import aus der Türkei“, fügte Nadezhda N., hinzu, Leiterin der Logistikabteilung einer weltweit aktiven Sportmarke. „Wir haben Verständnis für die herrschenden Konditionen und Anforderungen, aber es muss eine Grenze geben. Allein das Anmeldeverfahren nimmt mehr als einen Monat in Anspruch. Wir würden gern darüber diskutieren, wie man diesen Prozess anpassen und standardisieren könnte.“

 Auch Natalia C., Logistikdirektorin des russischen Büros des weltweit größten Herstellers von Spezialausrüstung teilt diese Erfahrung: „Wir haben Probleme mit der Warenanmeldung. Darauf aufbauend gibt es Verzögerungen bei der Auslieferung mit Auswirkungen auf das gesamte Geschäft. Selbst dann, wenn wir etablierte Pfade verlassen und es mit einer anderen Vorgehensweise versuchen, stoßen wir auf dieselben Probleme.“

 Daraus entstand eine lebhafte und interessante Diskussion, bei der sich nach Angaben von Marina Lyakisheva einige konkrete Vorschläge herauskristallisierten, von denen drei als besonders effektiv bewertet wurden.

An erster Stelle steht die Automatisierung sämtlicher Zollprozesse durch die Teilnehmer an Außenhandelsbeziehungen mit dem Ziel größtmöglicher Transparenz. Der zweite Punkt umfasst die Einführung der Selbstregulierung in den Bereich der Außenhandelsaktivitäten. Dies betrifft auch Aspekte, die mit Zolltransportmitteln, temporären Zwischenlagern, Zollvertretern und zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten zu tun haben. Und zum Dritten ist dies die durchgängige Kontrolle. Diese Aufgabe wurde durch die Zoll- und Steuerbehörden bereits in Angriff genommen. So entsteht ein gesunder Wettbewerb auf dem Warenumschlagplatz.

„In diesen Bereichen besteht Nachholbedarf bei den Unternehmen. Die Teilnehmer der heutigen Veranstaltung haben ihr Verständnis für die eigene Verantwortung zum Ausdruck gebracht. Manche äußerten die Ansicht, dass Unternehmen ihre Anstrengungen bündeln und staatliche Funktionen adaptieren müssen, zum Beispiel im Bereich der Selbstregulierung. Und es gibt den Ausweg der Entwicklung verständlicher Geschäftsregeln auf eigene Kosten, um sich und den eigenen Verantwortungsbereich gegenüber dem Staat abzusichern“, fasst Marina Lyakisheva zusammen.

„Veranstaltungen wie diese Konferenz sind immer interessant“, kommentiert Marat Zainetdinov, „Man kommuniziert mit Kollegen, erfährt von deren Erfahrungen mit einer bestimmten Herausforderung und teilt seine eigenen Erfahrungen. Logistik ist ein sehr lebhafter Sektor. Ständige Veränderungen, neue Trends, Technologien und Dienstleistungen sind an der Tagesordnung. Da ist der informelle Austausch in der professionellen Community eine große Unterstützung.“

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